
Expedition Pangaea
Einst zog Mike Horn aus, um die Welt zu entdecken: Er lief als erster in der Polarnacht zum Nordpol. Er umkreiste die Welt auf der Äquatorlinie, mit bloßer Muskelkraft. In Pakistan stieg er auf vier Acht-tausender.
Pangaea. So heißt der letzte Superkontinent der Erdgeschichte, der vor rund 250 Millionen Jahren bestand, bevor die Erdkruste aufbrach und sich die Kontinente bildeten. Und so heißt das Expeditions-schiff, mit dem Horn im Herbst 2008 in See stach und mit dem er bis Ende 2012 die Welt umrunden wird. 100.000 Kilometer will er zurücklegen: „ Es ist keine simple Weltreise, ich will einen Beitrag zur Erhaltung der Erde leisten.“ Die Jugend ist die Ressource, die er anzapfen will. „Junge Leute haben Energie, sie sind die Zukunft, sie können etwas ändern.“ Die Schönheit der Welt will er ihnen zeigen, „damit sie wissen, was sie retten sollen und dass es sich lohnt.“
Young Explorers nennt er die Jugendlichen, die ihn begleiten. „Wir sind kein Anbieter für Extremtouris-mus. Die Jugendlichen sind Kommunikatoren, sie sollen Botschafter werden, die für die Natur kämpfen.“ Mehr als zehn Projekte plant er bis zum Expeditions-ende 2012, bewerben kann sich jeder. Hauptsponsor der Pangaea-Expedition ist Mercedes-Benz. Rund 22.000 Arbeitsstunden dauerte es, die 35 Meter lange Segelyacht Pangaea zu bauen, ganz aus Aluminium, einem Material, das extreme Temperaturunterschiede gut wegsteckt. „Wir haben auf die Schiffsfarbe ver-zichtet, weil sie das Meer verschmutzt“, sagt Horn. „Und wenn das Schiff nicht mehr gebraucht wird, kann es recycelt werden.“ Die Energie an Bord stammt aus Solarzellen und aus Windkraft. “ Das Abenteuer beginnt im argentinischen Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt. Hier liegen die letzten Ausläufer des Kontinents, bevor sich das Festland in einem Insellabyrinth verliert, bevor Pazifik und Atlantik am Kap Hoorn aufeinander treffen, bevor das große Eis kommt, Die Antarktis. Auf jeder Etappe der Expedition wird Horn von anderen Jugendlichen besucht: Zuerst führt die Weltreise in die Antarktis, dann nach Neu-seeland. Horn will die biologische Vielfalt indo-nesischer Inseln erkunden, durch den Himalaja trekken, die Wüste Gobi durchqueren und anderes mehr. Zum Abschluss führt die Reise nach Kanada, auf den Colorado River in die USA, den Amazonas in Brasilien und endet in Ostafrika. Als erstes Umweltprojekt haben Horn und die Young Explorers in der Antarktis Messungen an Eis und Schnee durchgeführt. Zudem hat die Crew an verlassenen Forschungsstationen Müll gesammelt.
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