Neuseeland - Natur hautnah
Mit einem Sprung landet der Pinguin am Strand. Geschafft. Noch einer hüpft aus der Brandung der Tasmanischen See. Bald marschiert eine ganze Gruppe Tawaki Pinguine über die Steine. „Sehen sie nicht drollig aus“, flüstert John. Ich fühle mich pudelwohl am Monro Beach. Zum ersten Mal an diesem Tag scheint die Sonne. Ja, sie kann eine feuchte Angelegenheit sein, die Südwestküste Neuseelands: Mehr als 180 Tage im Jahr regnet es hier. Der Regenwald trägt einen immergrünen Vollbart. Moose, Farne und Schlingpflanzen wuchern. Reißende Bäche gibt es hier, stille Tümpel, Sümpfe und Lagunen.

Am Anfang war das Funkeln. Denn nicht der Schönheit wegen kamen die ersten Siedler an die damals so entlegene Küste. Gold lockte einst Scharen von Glückssuchern an die Südwestküste Neuseelands. Der Rausch verflog, zurück blieben Straßenzüge wie aus dem Wilden Westen. Verschlafene Kleinstädte mit windschiefen Schuppen und einfachen Zweckbauten, hier und da eine koloniale Villa und eine Prise Art déco. Im winzigen Makarora unweit der Passhöhe kann man wahlweise in eine Cessna oder einen Hubschrauber steigen und sich in ein entlegenes Tal bringen lassen. Das Angebot an Adrenalinsportarten ist breit gefächert. Die Region um die boomenden Urlaubsorte Wanaka und Queenstown ist ein wahres Eldorado für Bungee- und Fallschirmspringer, Rafter und Gleitschirmflieger, Heliskifahrer und Eiskletterer. Zwischen Lake Wanaka und Lake Hawea durchquert Highway 6 Glen Dene Station, die riesige Ranch von Richard Burdon: 9.700 Schafe und 438 Rinder weiden auf den 6.000 Hektar Land. „Ich kann den Regen gut brauchen“, sagt Richard Burdon: „Denn dann wächst der Klee gut.“ An den Wänden seiner Scherhütte aus Wellblech hängen Medaillen. Richards Schafe produzieren feinste Merinowolle. „Merino wärmt oder kühlt, je nachdem, wie du es gerade brauchst“, sagt der Farmer, „hier tragen seit ein paar Jahren wieder alle Wolle beim Sport.“

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